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| Acht Tage vor Beginn des Krieges dachte man in Grügelborn noch nicht an einen solchen. Dann wurden auch hie die Gemüter durch die ernste politische Lage sehr erregt. Mit Spannung erwartete man das Erscheinen der Zeitungen, um die neuesten politischen Nachrichten zu erfahren. Unerwartet schnell kam die Mobilmachung. Sie wurde Freitag, den 21 Juli durch die Ortsschelle bekannt gegeben. Obwohl man ja täglich auf dieses Nachricht gefasst sein musste, gab es doch eine gewaltige Aufregung unter der hiesigen Einwohnerschaft. Namentlich die Frauen weinten und jammerten, während die Männer sich mehr gefasst zeigten, obwohl man auch ihren bekümmerten Mienen ansehen konnte, dass die schrecklichen Folgen eines Krieges sie nicht gleichgültig ließen. Einer von ihnen meinte: " Mit den Tränen, die heute geweint worden sind, ließen sich die Brüchers Mühle drei Tage lang betreiben ". Einige Reservisten erhielten schon freitags besondere Gestellungsbefehle für den Samstag. Dem Reservisten Lang war es nicht einmal gegönnt, Abschied zu nehmen von Angehörigen und Heimat. Von seiner Arbeitsstätte aus, wohin ihm seine Mutter die nötigsten Sachen brachte, musste er sich sofort zum Bezirkskommando begeben. Im Oktober starb er den Heldentod. Wer noch auf dem Felde bei der Arbeit war, wurde schnell nach Hause gerufen, denn auf besonderen Wunsch des Herrn Pastors Sauer sollten noch alle vor Auszug in den Krieg die hl. Sakramente empfangen. Vollzählig kam man diesem Wunsche nach. Gegen Abend standen die Männer in Gruppen auf der Straße, besprachen die ernste Lage, machten Kriegspläne und prophezeiten. Allgemein war man der Ansicht, dass kaum die Hälfte der Ausrückenden die Heimat wiedersehen würde. Der Sonntagmorgen haftete noch allen unauslöschlich in der Erinnerung. Auf der Straße vor Furschweiler Leute, die aus der Kirche kamen und solche, die den Gottesdienst erst besuchten, weinende Frauen, Männer in ernsten Kriegsgesprächen, sogar die Schuljugend ernster als sonst, größere und kleinere Trupps Einrückender von den umliegenden Ortschaften, ernst und entschlossen, manche patriotische Lieder singend, Händedrücken, Abschiednehmen, Wünsche für Wohlergehen, Auf Wiedersehen! Ach , für manchen gab es hier auf Erden kein Wiedersehen mehr. Da man an eine große Teuerung glaubte, versahen sich die meisten Familien mit einem Vorrat an Lebensmitteln, was zur Folge hatte, dass bald einige Sachen ( z.B. Salz ) in den hiesigen Geschäften nicht mehr zu haben waren. Bald machte sich auch großer Mangel an Kleingeld bemerkbar, da die Leute ängstlich Gold- und Silbergeld zurückhielten. Diesem Übelstande wurde durch Ausgabe von Darlehnskassenscheinen zu 1,2,5 Mark abgeholfen. |