Kaum hatten uns die letzten deutschen Truppen verlassen. als franz. Quartiermacher in unserem Dorfe erschienen, gleich auch das Schulhaus heimsuchten und sowohl die alleinstehende Frau Colling wie auch Frau Collet veranlassten, Franzosen Quartier zu geben. Erst um 2 Uhr Nachts kamen sie an. Unsere Wege machten ihnen schwer zu schaffen. Besonders der Weg auf der Red in der stockfinsteren Nacht, manche zogen es vor, mit ihren Wagen gleich in den Straßengraben zu lenken, während andere laut schreiend in rasantem Galopp ins Dorf hineinstürzten. Eine Truppe blieb zwei Tage in unsrem Dorfe, so dass wir Zeit und Muße hatten unsere Begriffe über Kriegswesen zu vertiefen. 

Der Unterschied zwischen deutschem und französischem Militär war doch frappierend. Trotzdem müssen wir auch der französischen Einquartierung Lob zollen.  Die Soldaten waren höflich und gefällig. Natürlich gab es auch Ausnahmen. Mehrere Bauern mußten den abziehenden französischen Truppen Vorspanndienste leisten, weil die französischen Pferde vollständig erschöpft und abgearbeitet waren. Zudem hatte der Dezember fast nur Regentage, was den Franzosen das Vordringen ungemein erschwerte.